Mit Aufstehen schaut's wohl eher schlecht aus....

Alles Schnarchnasen hier. Also vielleicht liegt's ja dran, dass die nachdem ich pennen gehe immer noch heimlich ne Party machen. Jedenfalls habe ich inzwischen die Hoffnung verloren, dass wir hier nochmal irgendwann vormittags das Hostel verlassen. Heute auch wieder: Jetzt ist gerade halb eins, und wirklich aufgestanden ist noch niemand. Gestern Nachmittag wollten wir eigentlich aufbrechen um ein bisschen am Bund, also gewissermaßen der Uferpromenade Shanghais, herumzuwandern. Bei verlassen des Hostels wurden wir jedoch von dem (wahrscheinlich schon seit Stunden andauernden) Regen überrascht. Also suchten wir nach trockenen Alternativen. Und was macht ma da als gute Nerds? Man geht ins Shanghai Science & Technology Museum.

Schon die Architektur des Gebäudes, mit der großen Glaskugel in der Mitte, ist ziemlich abgefahren. Die Reiseführer haben uns schon verraten, dass das Museum eher für Kinder konzipiert ist, aber davon haben wir uns nicht abhalten lassen. Als Erstes ging es dann in den großen Bereich über Tiere. Der war echt schön gemacht. Nach Kontinenten aufgeteilt wurden dort Naturszenen mit Tiermodellen aufgebaut und daneben gab es einen Regenwaldbereich durch den man auf einem hügligen Pfad durchgehen konnte.

Außerdem gab es Abteilungen über den menschlichen Körper und Gesundheit, Roboter, Über den Weltraum und die Abteilung "Light of Exploration", in der es um die Entwicklung der Wissenschaft geht. In den jeweiligen Bereichen gab es häufig Sachen zum selber machen. Wir waren zum Beispiel beim Bogenschießen und der Benny hat sich in einem Zweiachsendrehding um alle Achsen drehen lassen. Zum Glück waren in diesem Museum die Erklärungen auch auf Englisch, anders als zum Beispiel in der Beijing Planning Exibition Hall. Das war schon deutlich angenehmer. Leider durften wir nicht ins Children's Rainbow Land, da waren wir schon ein bisschen enttäuscht.

Als wir eigentlich dachten, wir wären mit allen Bereichen fertig, haben wir die Abteilung "Light of Wisdom" gefunden, die sich als das eigentliche Highlight rausstellte. In diesem riesigen Bereich, gab es lauter Sachen zum selbst ausprobieren. Von Seilzügen, um sich selbst nach oben zu ziehen, über optische Spielereien bis hin zu einem schiefen Raum, in dem man lustiges Zeug machen konnte, gab es einiges zu entdecken und es war ultralustig. Es waren zwar ganz schön viele Kinder unterwegs, die sich bei allem vorgedrängelt haben, aber irgendwie kamen wir schon auch immer zum Zug.

Als wir dann genug gespielt hatten, ging es auf in den Untergrund zur Metro-Station vom Shanghai Science & Technology Museum. Dort befindet sich einer der vielen Fakemarkets der Stadt. In unzähligen kleinen Shops gibt es dort Elektronikzubehör, Klamotten und sonstigen Kram. Die Verkäufer sitzen davor und probieren einen lautstark davon zu überzeugen, dass man bei ihnen etwas kaufen soll. Wenn man sich dann was anschaut, ist es schwer sich wieder aus ihren Fängen zu befreien. Die Hannah ist bei einer Verkäuferin einfach weggelaufen. "Hey, Crazy Lady!" und schon sind wir um die Ecke verschwunden.

Am Abend waren wir dann japanische Ramen beim Ajisen Ramen essen. Das ist eine chinesische Restaurantkette mit über 100 Filialen in Shanghai, die sich auf das japanische Nudelsuppengericht spezialisiert hat. Nachdem das Wetter danach endlich ein bisschen freundlicher war, konnten wir dann auch zum Bund gehen. Bei abendlicher Beleuchtung haben wir uns die Wolkenkratzer am gegenüberliegenden Ufer, im Stadteil Pudong, von unserer Uferseite aus angeschaut. Am Bund selber stehen zahlreiche ältere Gebäude, die den deutlichen britischen Einfluss auf Shanghai offenbaren. Die Skyline ist zwar bei weitem nicht so eindrucksvoll wie in Hongkong, aber gerade der Kontrast zwischen den beiden Uferseiten des Huangpu Jiang macht den Charme dieses Ortes aus.