Chinesische Mauer

Heute hat uns der Wecker schon um halb sieben aus dem Bett geschmissen und im Gegensatz zu den anderen Tagen konnten wir ihn auch nicht ständig snoozen, sondern mussten direkt aufstehen. Wir haben also nur schnell geduscht und aus dem Hotel ausgecheckt und sind dann direkt zum Busbahnhof gegangen, wo wir einen Bus zur Chinesischen Mauer gesucht haben. Da wir gestern schon an der Station waren haben wir auch direkt den fast richtigen Bus gefunden (wir wollten den Expressbus und haben nur den normalen bekommen) und sind ungefähr eineinhalb Stunden Richtung Norden gefahren. Dort hatten wir dann die Aufgabe in einem nur chinesisch sprechenden Ort unseren Anschlussbus zu finden und dabei nicht auf irgendwelche Abzockangebote von Minibus-Fahrern reinzufallen.

Nachdem wir einen dieser Fahrer überzeugt hatten, dass wir wirklich den Bus 25 nehmen wollen hat er uns gedeutet, dass wir ihm doch folgen sollen. Ein wenig skeptisch sind wir ihm nachgegangen und nach ein paar hundert Metern kamen wir doch tatsächlich an einer Bushaltestelle an, an der laut Schildern auch der gefragte Bus abfuhr. Dann mussten wir nur noch fast eine Stunde warten, bis wir in einen komplett vollen Bus eingestiegen wurden. D.h. mit aller Kraft von uns und der "Schaffnerin" haben wir solange die anderen Menschen geschubst, bis genug Platz für uns und unser großes Gepäck war. Nach und nach sind immer mehr Menschen ausgestiegen und so hatten wir am Ende doch tatsächlich noch ein wenig Platz um uns rum.

Ausgestiegen sind wir, wie in unserer Anfahrtsbeschreibung beschrieben, direkt vor einem Tunnel mitten im Nirgendwo. Von dort haben wir noch fast eine halbe Stunde bis zu unserem Hostel gebraucht, was durchaus an der plötzlich nicht mehr so guten Wegbeschreibung lag. Am Hostel wurden wir aber sehr herzlich begrüßt und auch gleich in die Gepflogenheiten vor Ort eingeführt. Außerdem hat uns die Besitzerin noch auf einer Landkarte gezeigt, wie wir jetzt am besten zur Chinesischen Mauer kommen.

Nach einer kurzen Pause haben wir uns dann auch schnell zur Chinesischen Mauer aufgemacht, da laut der Besitzerin die kurze Tour drei Stunden dauern würde und es schon früher Nachmittag war. Der Weg führte uns zuerst einen kleinen Berg hoch und wieder runter, mitten durch die Natur, um schließlich direkt auf die Chinesische Mauer zu führen. Der Abschnitt der Mauer, den wir jetzt die nächste Zeit besichtigt haben war, anders als an bekannten Touristenorten, nicht als Touristenattraktion hergerichtet, sondern "naturbelassen". So konnten wir die nächsten eineinhalb Stunden ein schönen Weg oben entlang der Mauer genießen. Nett war auch, dass nach jeder Bergkuppe und auch auf weiter entfernten Hügeln immer die Mauer sich wie eine Schlange bis zum Horizont weiter wand.

Laut der Besitzerin des Hostels sollte für die drei Stunden Tour irgendwann eine Treppe von der Mauer runter ins Tal führen. Irgendwie haben wir die aber ewig nicht gefunden und uns deshalb schon gefragt, ob wir sie verpasst haben, als dann doch noch endlich eine Treppe kam. Der haben wir dann erstmal noch nicht vertraut und sind gut zweihundert Meter weiter gegangen, bevor wir uns dann doch noch entschieden haben diese Treppe auszuprobieren.

An der Stelle bin ich noch allein weiter an der Mauer entlang gegangen, da es hieß, dass die Mauer irgendwann einfach nicht mehr begehbar ist, man also umkehren muss, und ich noch Lust auf ein wenig Bewegung hatte. Dieser Bewegungsdrang hat mich auch dazu verleitet den ganzen restlichen Weg, soweit möglich, zu joggen. Im Nachhinein war das Joggen auch sehr praktisch, weil uns ein Gewitter eingeholt hat. Auf dem Rückweg hab ich es noch irgendwie geschafft die anderen zu verfehlen, was für mich aber sogar sehr praktisch war, weil ich im Gegensatz zu den anderen noch relativ trocken im Hostel wieder ankam.

Zum Abschluss des Tages haben wir direkt im Hostel bei der Besitzerin gegessen - es gab Reis mit Tomaten und Ei oder frittierten Reis mit Thunfisch - und noch ein bisschen mit den Katzen der Besitzerin gespielt. Die Katzen hier sind irgendwie ein wenig verrückt, zumindest versuchen sie sich ständig entweder gegenseitig umzubringen oder hüpfen unter Sitzmöbeln herum. Nur manchmal lassen sie sich dann dazu herab sich einfach still hinzulegen und zu schlafen. Jetzt hat der Dani auch grad ein paar zu uns ins Zimmer geholt, um sich noch ein bisschen an ihnen erfreuen.

Morgen geht es in der früh schon wieder los nach Peking, wo wir dann den Zug nach Shanghai nehmen. Dort treffen wir dann auch den Thomas und seinen Kommilitonen den Tobi wieder.