Mao-Mausuleum & Sommerpalast

Nachdem sich Dani, Benny und Gig bereits zu Wort gemeldet haben, bin ich heute Mal dran mit schreiben. Da wir heute den alten Mao in seinem bescheidenen Mausoleum besuchen wollten und der wohl nur vormittags zu Hause ist, haben wir uns heute Mal früher aus dem Bett gezwungen. Also eigentlich hat der Gig alle anderen gezwungen... Das Mausoleum steht direkt auf dem Tian'anmen-Platz, den wir vorgestern schon besucht haben. Mein Reiseführer hat ja eigentlich behauptet, dass das Mausoleum im Juli und August geschlossen hat. Das war aber zum Glück gelogen. Nachdem wir es auf unserer letzten Reise in den Vietnam, es leider nicht geschafft haben rechtzeitig bei Ho Chi Minh zu sein und die Jungs in Nordkorea Kim Il Sung gehuldigt haben, reiht sich Mao Zedong in die Reihe, der berühmten, verwesenden Fratzen von kommunistischen Führern ein, die wir Mal gesehen haben möchten.

Allerdings waren wir da auch nicht die Einzigen. Gemeinsam mit etlichen hundert anderen, hauptsächlich chinesischen Menschen hieß es also erstmal Schlangestehen. Allerdings ging das dann auch einigermaßen schnell und nach etwa einer Stunde waren wir am Mausoleum angekommen. Da erging es uns übrigens besser als so manch anderem: Viele haben ihre Taschen und Kameras nicht wie vorschrieben ihr Taschen und Kameras zur Gepäckaufbewahrung gebracht. Eine Frau direkt hinter uns ist aus der Schlange entfernt worden, weil sie Flipflops trug. Mir wurde hingegen nur mein Feuerzeug am Security Check weggenommen. Die ganze Anstellprozedur wurde von etlichen Security-Leuten überwacht, die regelmäßig Zeug auf Chinesisch in ihre Megafone geschrien haben. Ausweise wurden nicht kontrolliert, obwohl das überall stand. Und der ganze Spaß war auch noch kostenlos.

Durch das Gebäude wir man dann in Zweierreihen in relativ zügigem Tempo durchgeschleust. In der ersten Halle befindet sich eine weiße Mamorstatue von Mao umrandet von einem Meer aus Plastikblumen. Vor der Statue dürfen in einem mehrere Meter breiten Regal weiße Blumen niedergelegt werden, die man in der Warteschlange kaufen kann. In der zweiten Halle war es dann soweit und wir konnten einen Blick auf den großen Mao Zedong werfen. Der Raum war schwach beleuchtet und er lag in einem Glaskasten. Das Gesicht war orange angeleuchtet, vielleicht leuchtete es auch von alleine. Das wissen wir nicht so genau. Der Dani sagt, er war kuschlig zugedeckt in einer Hammer-und-Sichel-Flagge. Aber das mit der Kuschligkeit ist auch eher so ne Vermutung. Nach wenigen Augenblicken, war die ganze Geschichte auch schon wieder vorbei. Draußen gab es noch Souvenirstände und eine Box, in die sie die einkassierten Feuerzeuge gekippt haben. Dort gab es großes Gedrängel und ich hab mir zwei Feuerzeuge gegriffen, weil sie mir mein schönes lilanes weggenommen haben.

Danach ging es in den Sommerpalast. Dieser liegt etwas außerhalb und diente früher als Sommerresidenz für den Kais und sein Gefolge. Es handelt sich dabei viel mehr um eine riesige Anlage, als um einen Palast. Es gibt viel Bäume und das Klima ist dort tatsächlich wesentlich angenehmer als in der Innenstadt. Der Sommerpalast erstreckt sich über einen steilen Berg hinunter zum Kunning-See. Wir haben das Gelände vom Nordtor aus erschlossen und das erwies sich auch als ganz schön schlau, weil der Aufstieg auf der Seite wesentlich moderater war, als wenn man die Gebäude vom See aus erklimmt. Da heute Samstag war, ist auf dem Gelände sehr viel los gewesen. Das ist aber wohl meistens so. Trotzdem haben wir immer wieder ein nettes Plätzchen zum Ausruhen gefunden. Der Sommerpalast mit seinen viele Tempeln, Pagoden und anderen kunstvoll gestalteten Gebäuden war wirklich beeindruckend. Und der Blick vom Berg herunter auf den See und die umliegenden Gebäude war unglaublich schön. Ich kann also gut verstehen, dass sich der Kaiserhof im Sommer gern dorthin verzogen hat.

Zum Abendessen waren wir dann wieder in der Geisterstraße, der Dongzhimennei Dajie, direkt um die Ecke von unserem Hostel. Hier liegt wirklich ein Restaurant neben dem anderen und man hat volle Auswahl. Im Fresstempel unserer Wahl haben wir uns auf der Bilderkarte verschiedene Gericht ausgesucht und die Jungs mussten feststellen, dass das was die Kellnerin als "little spicy" bezeichnet, doch schon fast ne Nummer zu heftig für sie ist. Geschmeckt hat aber alles super und reichlich war es noch dazu. So kann's gern weitergehen.