Lama und Konfuzius

Hochmotiviert wollten wir an den ersten "richtigen" Tag in Beijing gehen, mussten uns dann aber doch eingestehen, dass der Wecker um 9:00, zumindest für die Hannah, die bis 5:00 in der Nacht noch Reiseführer gelesen hatte, etwas früh ist und so sind wir erst gegen 11 Uhr losgekommen.

Der Lama Temple ist eins der Top-10-Highlights von Beijing und war deshalb unsere erste Sehenswürdigkeit, die wir uns anschauten. Ausgestattet mit einem deutschen Audioguide zogen wir über das Gelände der Tempel-Anlage. Der Geruch von Tausenden Räucherstäbchen war durch alle Hallen zu riechen, in denen goldene Buddha-Statuen standen. Draußen standen große, schwere Gebetsmühlen, die man im Uhrzeigersinn anstoßen muss um sie für sich beten zu lassen. Neben den vielen offensichtlichen Touristen besuchten auch viele Leute den Tempel, die zumindest im Umgang mit Räucherstäbchen und den Ritualen des Buddhismus bestens vertraut sind und dort beteten.

Nach einem kurzen Mittagessen starteten wir zum Konfuzius-Tempel und der kaiserlichen Akademie aus dem 14. Jahrhundert. Bevor die Studenten an der höchsten Lehranstalt in China studieren konnten mussten sie im benachbarten Konfuzius-Tempel dem alten Meister huldigen. In der Mitte der Anlage befindet sich eine großer Pavillon, der über vier Brücken erreicht werden kann, in dem die "Vorlesungen" dann stattfanden.

Eine weitere Sehenswürdigkeit, die wir heute noch besuchten waren zwei Türme, die die größten ihrer Art in China sind. Der Trommel- und der Glockenturm ersetzten im alten China die Uhren und teilten der Bevölkerung das Öffnen und Schließen der Stadttore mit.

Für das Abendessen hatten wir uns ein Restaurant rausgesucht, in dem man viel und gute Peking-Ente bekommen sollte also lotsten wir unseren Taxifahrer zum Xiangmanlou-Restaurant. In der bebilderten Karte deuteten wir zielgerichtet auf die große goldbraune Ente. Als aber nach der Vorspeise keine weiteren Gerichte mehr an unseren Tisch gebracht wurden und die Bedienungen, die leider weder Englisch noch Zeichensprache sprechen oder verstehen konnten, sich offensichtlich über uns zu unterhalten begannen, hätten wir die Zeichen schon erkennen müssen: Nachdem sich die Tische um uns leerten und riesige Essens-Schlachtfelder zurück ließen begriffen wir langsam, dass wir wohl keine großen Enten-Portionen mehr serviert bekommen und bezahlten den Preis, den wir eigentlich als Preis für eine große Ente interpretiert hatten und gingen schließlich zu McDonald's.