Ankunft in Nordkorea

Am Tag nach unserer Ankunft in China haben wir uns am Mittag mit unseren Guides von den Young Pioniers Tours getroffen. Dazu waren wir für 12 Uhr am Hauptbahnhof verabredet. Dort fanden wir dann auch ziemlich problemlos eine Gruppe Nichtchinesen, die sich auch schnell als unsere YPT-Gruppe rausstellte. Nachdem wir dann noch zehn Minuten auf unsere Guides gewartet hatten wurden wir in eine Bar in der Nähe geführt, wo wir dann unseren zweiten Guide getroffen haben. Hier haben wir dann erstmal einige Zeit lang rumgehangen, bevor wir unsere Visa für Nordkorea ausgeteilt bekommen haben. Von unserer Seite aus war es also absolut unproblematisch das Visum zu bekommen. Danach wurden uns noch einige Verhaltensregeln für Nordkorea mitgeteilt und wir hatten noch eine Stunde Zeit uns mit Lebensmitteln und Wasser für die Zugfahrt einzudecken.

Pünktlich um 17.00 Uhr haben wir uns wieder beim Bahnhof getroffen, um dann gemeinsam zum Zug zu gehen. Wir wurden in der "Softsleeper"-Klasse untergebracht, d.h. es waren Schlafabteile mit jeweils vier Betten und einer Tür. Den Gegensatz dazu bildet die "Hardsleeper"-Klasse, bei der sechs Betten pro Abteil ohne Tür untergebracht sind. Wir haben es geschafft zu dritt in ein Abteil zu kommen, hatten dadurch aber noch eine weitere Person in unserem Abteil, mit der wir uns aber auf Anhieb gut verstanden haben.

Unsere Gruppe bestand aus insgesamt 29 Teilnehmern und zwei Guides. Davon ist allerdings ein großer Teil, darunter alle Amerikaner, die dazu gezwungen sind, mit dem Flugzeug nach Nordkorea gereist, wodurch wir bei der Zugfahrt noch ungefähr zu fünfzehnt waren. Jetzt folgte dann eine ziemlich lange und ereignislose Zugfahrt nach Dandong, der Grenzstadt Chinas zu Nordkorea. Die Zeit haben wir ein wenig genutzt die anderen Mitglieder der Gruppe kennen zu lernen. Außerdem waren noch zwei Nordkoreaner mit an Board, die von den Anderen die gesamte Fahrt mit Fragen über Nordkorea gelöchert wurden.

Am Dienstag in der Früh sind wir dann endlich in Dandong angekommen. Dort wurden unsere Pässe von Uniformierten eingesammelt und wir hatten einige Zeit uns am Bahnhof und auf dem Vorplatz zu bewegen, während die Schlafwaggons des bisherigen Zuges abgekoppelt wurden und an einen nordkoreanischen Zug angehängt wurden. In Dandong sind auch noch etliche Chinesen mit unglaublich viel Gepäck zugestiegen. Als der Zug endlich fertig umgekoppelt war und wir unsere Pässe wieder bekommen hatten sind wir ungefähr zwei Minuten über die neue Brücke der Freundschaft nach Nordkorea gefahren, wo wir direkt nach dem Überqueren des Grenzflusses wieder an einem Bahnhof angehalten haben. Hier wurden schon wieder unsere Pässe eingesammelt, diesmal aber von den Nordkoreanern. Und dann ging die Einreisekontrolle los.

Über die Kontrolle bei der Einreise nach Nordkorea hatten wir ja schon einiges gehört und gelesen und waren dementsprechend doch ein wenig gespannt darauf, wie genau alles kontrolliert wird. Vor der Zollkontrolle musste jeder eine Liste mit seinen Besitztümern aufstellen, allerdings haben uns unsere Guides darauf hingewiesen, dass es ausreicht nur rudimentär anzugeben, was wir dabei haben. Wichtig war allerdings, was man an Handys, Computern, Kameras, GPS-Geräten, Waffen, "Killingdevices", etc. dabei hat. Alle Handys und GPS-Geräte werden an der Grenze versiegelt, Computer dürfen nur ohne Wifi eingeführt werden. Allerdings reicht es aus auf die Frage "Wifi?" mit "No" zu antworten. Jeder wird einzeln dann anhand seiner vorgefertigten Liste von einem Beamten überprüft und man muss ihm die verschiedenen Dinge zeigen, die man so besitzt. Dabei wühlt er noch ein bisschen in den Taschen rum und das war's dann aber auch schon. Von uns wurden die drei Handys zusammen in einem Briefumschlag verpackt, der professionell mit Klebeband versiegelt wurde. Den Handyblock durften wir nachdem er versiegelt worden war wieder mitnehmen.

Als wir vom Zoll überprüft worden waren konnten wir endlich zum ersten Mal nordkoreanischen Boden betreten. Da wir noch warten mussten, bis unsere Visa überprüft waren, hatten wir noch ein bisschen Zeit uns am Bahnhof umzusehen und ein paar erste Eindrücke von Nordkorea zu bekommen. Nach ungefähr zwei bis drei Stunden an den beiden Grenzposten konnten wir schließlich unsere Fahrt fortsetzen und sind in gemütlichem Tempo weiter Richtung Pjöngjang gefahren.

Um acht Uhr sind wir letztendlich in Pjöngjang angekommen. Dort haben wir am Bahnhof nach einer Viertelstunde Wartezeit einen Teil unserer Guides für die nächste Woche getroffen. Dann sind wir noch mit dem Bus zu unserem Hotel, dem Yanggakdo, gefahren. Das Besondere am Yanggakdo ist, dass es auf einer Insel liegt und man sich als Ausländer deshalb auch ohne die Guides außerhalb des Hotels bewegen darf, solange man die Insel nicht verlässt. Und außerdem gibt es im Aufzug keinen fünften Stock, obwohl er durchaus existiert.

Nachdem wir unser Gepäck auf die Zimmer gebracht hatten, haben wir noch ein kleines Abendessen in einem der Restaurants im Hotel gegessen und uns danach mit unseren Guides in der Hotelbar getroffen, um sich ein bisschen kennen zu lernen und unsere mitgebrachten Geschenke zu überreichen. Wir hatten wundbares Neuschwansteiner Bier dabei, das wir noch schnell am Flughafen in München gekauft hatten. Die Guides haben sich aber offensichtlich darüber gefreut. Zum Abschluss des Tages sind wir mit ein paar anderen Mitreisenden losgezogen um die Insel zu erkunden. Als wir festgestellt hatten, dass es kein Problem wäre von der Insel zu fliehen haben wir uns doch dagegen entschieden und sind schnell zu Bett gegangen, damit wir für den morgigen Tag ausgeruht sind.

Alles in allem war die Anreise relativ unspektakulär, die Einreise weit einfacher als erwartet und unsere Gruppe doch größer als erwartet. Die nächsten Tage waren dann mit ziemlich viel Programm vollgestopft, ich hoffe mal ich schaffe das irgendwie in jeweils einen Artikel unterzubringen. Alles was ich hier grad geschrieben hab könnt ihr auch als Teil in unserem Podcast anhören.