Ha Noi, Vietnam: zu Gast bei Onkel Ho

Gestern in der Früh ging es los zum letzten Ziel unserer Tour: Hanoi. Während der Busfahrt hat uns unser lokaler Guide über die Geschichte der Stadt und des großen Helden der Nation, Ho Chi Minh, aufgeklärt. Nach der dreistündigen Fahrt sind wir direkt in die Altstadt (Old Quarter) gestartet. Von dort aus konnten wir die Hauptstadt erkunden, die das Zentrum des im >Norden besonders starken kommunistischen Denkens ist. Wir konnten uns ja kaum vorstellen, dass der Verkehr in Hanoi noch chaotischer ist als im Rest des Landes, aber es ist tatsächlich so. Besonders in den engen Straßen, in denen die Bürgersteige komplett mit Motorrädern zugeparkt sind und man auf der Straße laufen muss, drängen sich alle Verkehrsteilnehmer kreuz und quer aneinander vorbei. Aber irgendwie scheint das System ja zu funktionieren, dass sich keiner an Verkehrsregeln hält, die laut unserem Guide durchaus existieren. Wir haben während der gesamten Tour keinen einzigen Unfall gesehen. Nur ein komplett überladenes Motorrad, das an einer Ampel umgefallen ist, weil der Fahrer es einfach nicht halten konnte.

Ganz in der Nähe der quirligen Altstadt, liegt der Hoan Kiem-See. Auf einer kleinen Insel darin steht ein Kloster, dass man über eine Fußgängerbrücke erreichen kann. Da der See Mitten in der Stadt liegt, führt direkt neben der schmalen Promenade, die um ihn herum verläuft, der laute Stadtverkehr vorbei. Das hat uns allerdings nicht daran gehindert, es uns am Rand des Sees gemütlich zu machen. Davon war ein Security-, Polizei- oder Sonstwas-Mann icht so begeistert. Mit komischen Blaslauten durch sein Megaphon wollte er uns wohl verständlich machen, dass man dort nicht am Boden rumliegen darf. Schade eigentlich.

Aber auch sonst sind wir nicht lang allein geblieben. Ein 22-jähriger Vietnamese hat uns angequatscht und wir dachten erst, er will uns was verkaufen oder uns ausrauben, aber weit gefehlt. Er lernt Englisch und hat wohl nicht so viel Gelegenheit zu üben, deswegen wollte er sich mit uns unterhalten. Obwohl es manchmal gar nicht so einfach war ihn zu verstehen, war's wirklich lustig. Er wollte alles Mögliche über Deutschland wissen, dem Dani Vietnamesisch beibringen und uns davon überzeugen Hundefleisch zu probieren. Irgendwann kamen dann noch wine junge Frau und ein Freund von ihm vorbei und so wurden wir von lauter Vietnamesen belagert. Ds mit dem Vietnamesisch spreche wird wohl nichts, obwohl uns versichert wurden, dass es unglaublich einfach ist es zu lernen. Ich bin ja nicht ganz sicher, dass das für Europäer wirklich so ist.

Rund um den See konnte man schon beobachten, wie die ganze Stadt für die 1000-Jahrfeier von Hanoi vorbereitet wird, die im Oktober stattfindet. Außerdem wird morgen die Unabhängigkeit Vietnams gefeiert, die am 2. September 1945 von Ho Chi Minh erklärt wurde. ABer da sind wir ja leider nicht mehr hier.

Heute wollten wir nach dem Frühstück den aufgebahrten Ho Chi Minh in seinem imposanten Mausoleum besuchen, aber wir waren leider nicht besonders früh dran und das Gelände war riesig und verwirrend, sodass wir es nicht rechtzeitig zum Eingang geschafft haben. Die letzten Besucher werden nämlich um Viertel nach 10 reingelassen und wir waren fünf Minuten zu spät. Wir hätten es auch noch geschafft, wenn man die Wege auf dem Ba Dinh-Platz hätte betreten dürfen. Aber das hat uns der Mann mit der Trillerpfeife irgendwie nicht erlaubt.

Nachdem auch die Museen rund um das Mausoleum in der Mittagszeit zu haben, sind wir zum Ethnologischen Museum gefahern, in dem man etwas über die verschiedenen Volksgruppen in Vietnam lernen kann. Das war ganz nett, aber der Dani meint, dass zu viele Körbe ausgestellt werden. Der audiovisuelle Erlebnisraum, den wir gerne gesehen hätten, hatte leider zu. Im Außenbereich haben wir uns Nachbauten von traditionellen Häusern in Vietnam angeschaut.

Danach ging's auf ins Ho Chi Minh-Museum. Nach flughafenmäßigen Sicherhheitskontrollen durften wir in die heiligen Hallen. Im ersten Stock gab es einige Fotos von "historischen Momenten" von und mit dem alten Onkel Ho. Das zweite Stockwerk, ein echte Highlight. Eine 4 Meter hohe goldene Statue vom Mr. Ho. Ich glaube wir hätten am Besten auf die Knie fallen sollen, waren uns aber nicht ganz sicher. Das dritte Stockwerk stetz aber im wahrsten Sinne des Wortes noch einen drauf. Eine Kunstausstellung, die an Verrücktheit gut mit dem hier mithalten kann. Der Lieblingstennisball vom Onkel, seine Pfeife, Räume in denen das Licht im sekundentakt aus und an geht, Videos von explodierenden US-Spaceshuttles, ein Aschenbecher, den man von der kommunistischen Partei Frankreichs bekommen hat, Pyramiden, Poster von schockiertblickenden russischen Frauen und eine Höhle in Gehirnform sind nur einige der "Ausstellungsstücke". Fotos waren leider nicht erlaubt. Aber der Dani wird euch noch wochenlang von diesem Paradies der Verrücktheit erzählen.

ein paar Fotos gibt es sobald der Upload fertig ist hier.