Hue, Vietnam: die Reis-Granny

Mit dem Bus verlassen wir das idyllische Hoi An und auf dem Weg sammeln wir noch den "Marble Mountain" ein. Unzählige steile Treppen führen auf den Berg, der eine weite Aussicht über die Stadt bereithält. Natürlich gibt es auch einen Tempel dort oben. Beeindruckent war vorallem die Höhle mit einer riesigen Buddah-Statue und vielen Engels-Statuen. Unter Engeln - das muss man vielleicht kurz erklären - versteht man hier schnurrbärtige Männer, mit bunten Klamotten und Hüten, die man in Deutschland wohl eher für Zirkusmitarbeiter halten würde.Wir verlassen den Süden des Vietnams auf unserer Reise, die uns irgendwann in die Hauptstadt Ha Noi führen soll. Die Teilung des Landes in einen südlichen und einen nördlichen Teil lässt sich für den Vietnam leicht machen. In der Mitte des Landes ist ein Gebirge, dass auch das Landesklima teilt: Im Süden tropisch (sprich immer nur heiß) und im Norden tropisches Wechselklima (auch heiß, aber zwischen November und April ein bisschen kühler). Der Wolkenpass, wie die Klimascheide genannt wird, liegt ziemlich hoch, nach einer abenteuerlichen Serpentinen-Straße und wird von Kühen, Ziegen und Geldfälschern bewohnt. Wir erreichten gegen Mittag Hue, die Stadt dient uns als Zwischenstopp, bis es morgen dann in die Hauptstadt weitergeht. Abermals entschieden wir uns als Transportmittel für die Stadt- und Umgebungsbesichtigung für eine klassische Rollergang. Durch die Straßen, hinaus auf die Reisfelder. Dort war der Erntebetrieb im vollen Gange und wir bekamen im Reismuseum eine erheiternde Einführung in die traditionelle Reisproduktion von einer verrückt-anmutenden, lila gekleideten 77-jährigen mit schwarzen Zähnen (die aber wohl nicht aus mangelnder Zahnpflege resultierten, sondern eine modische Erscheinung aus früherer Zeit sind). Die Granny führte uns die Mühlen und Werkzeuge der Reisernte vor, tanzte und sang, jagte ihre Schuhe durch den Raum und schaukelte eine Puppe zur Musik von "Barbie Girl". Ein Feuerwerk an Situationskomik, oder irgendsowas kluges würde ich dazu sagen. Und nebenbei haben wir auch noch eine Ausbildung zum Reisbauern durchlaufen. Weiter durch den prasselnden Sommer-Monsun auf unseren Rollern fuhren wir zur Grabstätte des alten Königs, der - das muss man zugeben - Geschmack hatte und sich ein nettes Plätzchen für seine letzte Ruhe anlegenlassen hat. Wo genau er dort begrabenliegt, ist aus Angst vor Grabräubern geheim. Nach JuKulTa, Kult und Zeltlager kann uns auch ein tobender Monsun nicht mehr aufhalten und wir besichtigten die "Elephant-Tiger-Arena" in der zu Königs-Zeiten zahn- und krallenlose Tiger gegen mächtige Elefanten verloren, da die Dickhäuter als königliches Symbol ja nicht verlieren konnten. Ein anstrengender Tag, den wir ein einem Restaurant, das von Taub-Stummen geführt wird, ausklingen ließen. Der besondere Flaschenöffner des Restaurants, der aus einem Brett und einer Sechskantschraube besteht, ist mittlerweile schon um die ganze Welt gereist und auch wir haben ein Exemplar mitbekommen, von dem wir, sobald wir wieder zu Hause sind auch ein Foto zum "Lac Thien" schicken werden.

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