Ho Chi Minh City, Vietnam: Huch, ein Loch!

Erstmal müssen wir noch einen Bericht von gestern nachreichen, der auf Grund unserer Nachtzugfahrt und etwas nachgeholtem Schlaf erst heute folgt. Damit es nicht zu viel zu lesen wird, haben wir dafür heute extra nicht so viel unternommen. Aber erstmal zurück nach Ho Chi Minh City und die Uhren einen Tag zurück gedreht.Ich glaube die Tage an denen wir uns keinen Wecker stellen müssen kann man an einer Hand abzählen, heute (also gestern) gehörte mal wieder nicht dazu und so gings schon früh mit dem Bus und einem lokalen Tourguide zu den Cu-Chi-Tunneln aus dem Vietnamkrieg, den unser Guide selbst miterlebt hatte. Als Teil der südvietnamesichen Armee arbeitete er mit den USA zusammen und konnte so viel Wissen und einige interessante Geschichten um den Krieg an uns weitergeben. Die Cu-Chi-Tunnel liegen etwa 60km von Ho-Chi-Minh entfernt. Unterwegs gab unser Guide eine kurze Einführung über Anfang und Verlauf des Vietnamkriegs. Auf dem Gelände gab es verschiedene Stationen zu besuchen. Zunächst gab es eine kurze Propaganda-Filmvorführung aus Kriegszeiten, in die unser Guide uns mit den Worten "After war I had to go to a reeducation camp, now it's your turn." geschickt hat. Allerdings konnte uns der Film nicht davon überzeugen uns den Vietcong anzuschließen. Diese nutzen die Tunnel um sich zu verstecken, besonders nachdem der Dschungel in weiten Teilen mit Agent Orange zerstört wurde. Da die Vietcong in der offenen Auseinandersetzung gegen die Amerikaner keine Chance gehabt hätten, nutzten sie ihr Tunnelsystem häufig um hinter die Feindeslinie zu kommen und von hinten anzugreifen. Dabei waren sie sehr geschickt darin die Zugänge zu den insgesamt über 200km umfassenden Tunnelgeflecht zu verstecken. Zur Probe wie eng die Eingänge waren, haben wir den Benny Mal kurz in so einen Abgang gesteckt. Aber das seht ihr ja dann bei den Fotos. Außerdem haben wir einige von den üblichen Fallen der Vietkong-Kämpfer begutachtet, die sie aus den Resten amerikanischer Bomben gebaut hatten. Ein Großteil der Tunnel aus dem Vietnamkrieg sind nicht mehr erhalten, einige wurden aber für Touristen restauriert und so konnten wir uns durch die Enge des 100m-langen Tunnelstücks kriechen und ein bisschen Vietcong spielen. Um das Vietcong-Feeling noch zu verstärken, gab es dann Tapioka zu essen - das einzige Nahrungsmittel für den Vietcong und für unseren Tourguide einer der Gründe, dass er auf Seite der Amerikaner stand. Die Süßkartoffel schmeckt hauptsächlich nach nichts und trocken. Dazu gibt es einen Erdnuss-Salz-Gebrösel und Tee. Da hätten wir auch lieber Hamburger, mashed potatoes und gravy gegessen, wie es die Alliierten taten. Die letzte Stufe zum echten Vietkong konnte man am Ende der Tour erreichten: Auf der shooting range durfte man die alten Maschinengewehre des Kriegs ausprobieren, haben wir dann aber doch nicht gemacht. Insgesamt war es echt ein toller Ausflug und durch unseren kompetenten Guide haben wir viele neue Eindrücke über den Vietnamkrieg gewonnen. Es war wirklich interessant die Geschichte von jemand, der für die südvietnamesische Armee gekämpft hat erläutert zu bekommen. Es hat sich echt gelohnt. Abends haben wir den Reunification Express bestiegen um morgens in Nha Trang aufzuwachen. In den 4er-Abteilen des Nachtzugs war es gemütlicher als zunächst angenommen und wir hätten gerne noch länger als bis 4:45 Uhr geschlafen. Deshalb haben wir den Vormittag im Bett verbracht und den Nachmittag am Strand geschimmelt. Abendessen gab es im "Ciao Vietnam". Es probieren ja einige Restaurants hier italienisches Essen zu machen, aber die wenigsten können es. Zum Glück wusste die Küche hier mehr über die Pizza als ihre runde Form. Lecker!

Keine Fotos von heute, dafür ein paar von gestern.