Chau Doc, Vietnam: Rollergang!

So Freunde, wir melden uns live aus Chau Doc, Vietnam. Wir haben den Grenzübertritt unbeschadet überstanden und jetzt werden die Bürgersteige hochgeklappt. Aber zurück zum Anfang: Nachdem wir in keiner unserer Reisestationen mehr als zwei Tage verbringen, stand heute wieder eine Busfahrt an. Wir mussten uns von Kambodscha bereits in der früh verabschieden und das aus Gründen des Schlafbedarfs ohne Frühstück. Dafür haben wir uns noch 'n Lunch-Paket mitgenommen. Um 8 Uhr ging es mit zwei Minibussen ab Richtung Vietnam.

Wie ihr vielleicht schon mitbekommen habt, sind die Straßenverhältnisse in Kambodscha nicht gerade vom Feinsten, besonders wenn man sich - wie wir heute - abseits der Hauptverkehrsverbindungen befindet. Nach etwa zwei Stunden Fahrt ist uns dann auch erstmal ein Reifen geplatzt. Aber das konnte uns nicht lange aufhalten. Bald ging es dann auf einem Schotterweg weiter, der wenn man Mal ehrlich ist eigentlich nur aus Schlaglöchern besteht. Wir wurden also ausreichend durchgeschüttelt - über eine Stunde lang! Nicht witzig. Allerdings führte die Straße durch kleine Dörfer und es gab viel Interessantes zu entdecken. Außerdem habe ich in diesem Zuge mein Diplom in fortgeschrittenem Nudeln-Essen mit Stäbchen unter erschwerten Bedingungen abgeschlossen. Glückwunschkarten werden nach unserer Rückkehr gerne entgegengenommen.

Kurz vor der kambodschanisch-vietnamesischen Grenze wurden wir dann rausgeschmissen. Über die Grenzen geht es hier für uns immer zu Fuß und dieses Mal ohne ominösen Gepäckservice. Erst mussten wir dann auf kambodschanischer Seite "auschecken" und dann in Richtung Vietnam weiterlaufen. *der folgende Text wurde auf Anregung der Kommunistischen Partei der Sozialistischen Republik Vietnam überarbeitet* An der vietnamesischen Grenze wurden wir von den Grenzbeamten sehr herzlich als Gäste des Landes empfangen. Nach dem Ausfüllen von durchaus erforderlichen Formularen - unter anderem zu unserem Gesundheitszustand - freuten wir uns, unserem Pass ein kleines, aber angemessenes Geldgeschenk beizulegen, das allerdings in keinem Zusammenhang mit der Bearbeitungsgeschwindigkeit unseres Einreisevorhabens stand. Während der kaum nennenswerten Wartezeit wurden wir besonders freundlich betreut und machten witzige Fotos gemeinsam mit den örtlichen Vertretern des vietnamesischen Militärs. Lobend zu erwähnen ist auch, dass zu unserer Sicherheit in der Quarantänestation mit einer Wärmebildkamera überprüft wurde, ob es uns auch gut geht. *Ende der überarbeiteten Passage*

Dann war es nicht mehr weit bis zu unserem Hotel in Chau Doc, Vietnam. Chau Doc ist nicht besonders groß und wird eher selten von Touristen bereist (könnte an der Anfahrt liegen). Da wir erst um halb 4 angekommen sind, ging es gleich weiter zu unserem Ausflug. Die komplette Gruppe wurde von Rollern mit Fahrer abgeholt. Auf dem Soziussitz ging es dann nach einer kleinen Rundfahrt auf den Sam Mountain, um den Sonnenuntergang anzuschauen. Von dort aus hatten wir einen wirklich schönen Blick auf das Mekong-Delta, dass sich rund um uns herum flach wie ein Pfannkuchen "höhö" erstreckt hat. Unser Guide hat uns dazu über die einzelnen Schritte des Reisanbaus aufgeklärt. Leider weiß ich nicht mehr, ob man ihm glauben kann, weil er behauptet, dass man Reis nicht im Verhältnis zwei zu eins - Wasser zu Reis - kochen würde. Frechheit.

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Nach einem kleinen Reiseplausch mit einer französischen Deutschlehrerin sind wir dann noch zu einem chinesischen Blinke-Tempel gefahren. Die Buddhas sahen sehr vergnügt aus. Essen gab's dann im Hotel. Als wir vorhin auf dem Balkon waren, mussten wir feststellen, dass Chau Doc am späteren Abend wirkt wie eine Geisterstadt - nur das Hupen der Roller, das hört man trotzdem ab und an. Aber das wundert uns schon nicht mehr.

Heute nur ein paar wenige Fotos.