Irgendwas läuft hier falsch

Heute war wieder so einiges falsch. Auf Grund kleinerer Differenzen in der geschätzten und wirklichen Position der Erde sowie eines Vorkommnisses am gestrigen Abend wachten wir relativ spät auf. Das ist schon mal falsch, wenn man eigentlich die Welt entdecken will. Zu unserem Unglück war sogar der Nachmittag schon halb verschwunden bevor wir das Bett verliesen. Heute wollten wir uns mal die andere Seite der MedailleInsel anschauen. Dort gibt es einen Bezirk mit dem Namen Stanley. Mit dem Bus dauert die Fahrt dort hin ca. eine halbe Stunde. Wieder einmal fanden wir einige Fehler der Wirklichkeit im Bezug auf unsere Vermutungen: Heute waren viele Leute unterwegs, was eigentlich nichts besonderes ist, aber es waren viele Asiaten, was immer noch nichts besonderes ist, doch es waren Hong Konger, die da unterwegs waren. Mit ihren Familien und Kindern. Sowas sieht man während der Woche nicht. Normalerweise erkennt man die Hong Konger daran, dass sie einen Anzug tragen, auf den Boden schauen, sich möglichst schnell durch die Menschenmassen schlängeln und sich wenn möglich nur an klimatisierten Orten, vorzugsweise der MTR, aufhalten.
StanleyStanley ist anders als das Hong Kong, das wir in den letzten Tagen kennengelernt haben. Dort gibt es mehr Grünflächen als Häuser. Die durchschnittliche Stockwerkzahl liegt eventuell unter 50 und es gibt Strände - richtige (wenn auch aufgeschüttete) Sandstrände und genau diese sind ein beliebtes Ziel für die Hong Konger an ihrem einzigen freien Tag in der Woche. Es wird gebadet, gespielt und auf extra angelegten, winzigen Grillstellen, gegrillt. Auf den Straßen und in den Parks sitzen Leute. Auf Pappkartons. Und unterhalten sich. Einige tanzen, einfach so, mitten in der Stadt. Alles sehr merkwürdig, wenn man HK sonst so sieht. Aber irgendwie lustig.
Stanley sieht ein wenig wie eine kleine Stadt am Mittelmeer aus, ein kleines Fischerdorf. Viel haben wir dort zwar nicht gemacht, aber es war doch ganz schön am Ufer zu sitzen und der Umgebung beim dunkel werden zuzusehen. Ein Tempel, den wir ansehen wollten, hatte schon zu. Schade.
Ned Kelly's Last StandWie auch immer… eine Stunde später fanden wir uns in unserem Zimmer wieder und es war schon wieder mal viel zu früh. Also ging’s wieder in ein Bar in Tsim Sha Tsui. “Ned Kelly’s Last Stand” drufte sich heute über unseren Besuch freuen und wir uns über die live Jazzmusik dort. Jetzt ist es für unsere Verhältnisse gar nicht mal so spät, aber morgen haben wir, im wahrsten Sinne des Wortes, großes vor.
Pro-FlickR kann sich am Besten daran erinnern, was wir heute gesehen haben und hat eine bildhafte Phantasie.