"Real Nokia phones are very expensive!"

65€ für ein Nokia N95 und 70€ für ein Nokia 6500 slide weckten heute morgen sehr schnell unser Interesse und wir waren plötzlich hellwach. Diese Preise wurden uns in einem Hinterhof in Kowloon gemacht. Wir waren unterwegs um die aktuellen Preise für das neue 3G iPhone und das MacBook Air herauszufinden. Aber niemand verkaufte die Handys so billig wie der eine kleine Shop um die Ecke. Deshalb machten wir uns nochmal auf um die Handys dort genauer unter die Lupe zu nehmen. Wir haben etwas rumgetestet, telefonieren konnten sie schon mal die Kamera hat auch funktioniert, nur die W-Lan Funktion des N95 konnten wir nicht finden. Als wir beim Verkäufer nachfragten bekamen wir folgende Antwort: “Actually these phones are made in Taiwan, real Nokia phones are very expensive!” War also nur eine Fälschung, aber perfekt gemacht, komplett mit Karton, Bedienungsanleitung und allen Kabeln.
Voll im Technikrausch fuhren wir mit der MTR nach Wan Chai auf HKI um im “Wan Chai Computer Centre” weiter nach Schnäppchen zu suchen. Nach Stunden zwischen USB-Sticks, Kabeln und Mainboards trafen wir die Mädels am Hafen und absolvierten den kulturellen Teil des Tages: Bus 26 zum “Man Mo Temple” in der Hollywood Road, einer der ältesten taoistischen Tempel in Hong Kong. Beim Betreten steigt einem der Geruch von tausenden Räucherstäbchen in die Nase. Im gedämpften Licht sieht man Räucherspiralen von der Decke hängen, in jeder dieser Spiralen hängt der Name eines Spenders. Die Spirale brennt langsam, wie ein Räucherstäbchen ab und verstärkt den Geruch im Tempel. Große, goldene Statuen der Götter Han und Mo, denen der Tempel geweiht ist, stehen auf Altaren zwischen Fackeln und Säulen mit chinesischen Schriftzeichen. Die Tempel sind ganz anders, als die Gotteshäuser, die wir in Europa so kennen, einen guten Eindruck bekommt ihr aber durch die Bilder die wir geschossen haben.
Von dort aus ging es zu Fuß weiter zu den “Central-Mid-Levels Escalators”, dem längsten Rolltreppensystem der Welt. Da die Hong Konger recht faul sind und die 150 Höhenmetern von der Wohnung zum Arbeitsplatz in den 90er Jahren zunehmend mit dem Auto anstatt über die Treppen zurückgelegt wurden, wurde dort einfach ein Rolltreppensystem installiert. Dies besteht aus 20 Rolltreppen und drei Transportbändern. Jeden Tag wird die Strecke von etwa 55.000 Menschen genutzt. Insgesamt haben wir für die komplette Strecke etwa 20 Minuten gebraucht.
Nachdem wir dann noch in den Hong Kong Zoological and Botanical Garden gegangen sind waren unsere Füße doch recht erschöpft und so haben wir uns zum Abendessen auf eine Pizzeria besonnen, die wir bei unserem Ausflug mit den Rolltreppen schon entdeckt hatten. Zwar wissen sie dort nicht ganz genau was Bruschette sind, aber lecker und vor allem amüsant war’s trotzdem. Die gelangweilten Bedienungen schenkten uns nach fast jedem Schluck nach, positionierten die Jalousien millimetergenau und würzten wirklich alles mit Pfeffer nach.
Im Tempel und außenrum hat es heute einige Male geblitzt, was in Folge dessen auf der Speicherkarte lag liegt jetzt auf Pro-FlickR.